Das Gleichnis von der verschlossenen Hand
Das Gleichnis von der verschlossenen Hand
Ein Kind fand am Strand einen wunderschönen Stein. Er war glatt, glänzend und lag angenehm in der Hand. Voller Freude schloss das Kind die Faust fest um seinen Schatz.
Viele Tage hielt es den Stein fest. Es wollte auf keinen Fall riskieren, ihn zu verlieren. Doch je länger es die Faust geschlossen hielt, desto mehr schmerzte die Hand.
Eines abends setzte sich das Kind zu seinem Großvater. Der bemerkte die verkrampfte Hand und fragte: „Warum hältst du so fest daran?“
„Weil er mir wichtig ist“, antwortete das Kind.
Der Großvater lächelte. „Öffne deine Hand einmal.“
Zögernd lockerte das Kind die Finger. Der Stein lag noch immer in seiner Handfläche. Doch nun spürte es auch die frische Luft, die Wärme der Sonne und die Freiheit der Bewegung.
Der Großvater sagte: „Wer etwas liebt, muss es nicht krampfhaft festhalten. Manches bleibt, auch wenn die Hand offen ist. Und manches geht seinen Weg, egal wie fest wir zugreifen.“*
Das Kind betrachtete den Stein und verstand: Nicht das Festhalten hatte ihm Freude geschenkt, sondern der Stein selbst.
Loslassen bedeutet nicht immer, etwas wegzugeben. Oft bedeutet es nur, den Griff zu lockern und dem Leben (dem Menschen) wieder Raum zu geben.
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