Im Rahmen der Aktionswoche "Kinder aus suchtbelasteten Familien" #wirwerdensichtbar 2026 haben wir erwachsene Kinder aus unseren Selbsthilfegruppen gefragt, in welcher Weise ihnen die Teilnahme an den Gruppen geholfen hat. Hier sind zehn Antworten:

Die Namen sind geändert!


Saskia

Die Selbsthilfegruppe hat mir gezeigt, dass man sich selbst sehen darf und kann und nicht für andere leben muss. Das Augenmerk liegt in der Gruppe immer auf den Angehörigen und nicht auf den Suchterkrankten und das ist ein Gefühl von "Hier zählst du und nicht die Sucht der anderen", das und die gegebenen Tipps bedeutet mir sehr viel.

Angelina

Die Selbsthilfegruppe hat mir geholfen mich zu sehen und zu verstehen. Sie hat mir Klarheit verschafft - wieder die Welt mit den richtigen Augen sehen zu können. Mich selbst zu schützen, Grenzen zu setzen. Wieder in meine Kraft zu kommen. Wieder mein Leben leben zu können. Durch sie durfte ich Loslassen und Akzeptanz lernen. Die Gruppe war das Beste was mir je passieren konnte!

Maggy

Die Selbsthilfegruppe hat geschafft was keine Therapie oder sonstige Gespräche schaffen konnten. Durch die Gespräche mit anderen Frauen, deren Männer Alkoholiker sind konnte ich endlich nach Jahrzehnten so viele Dinge verstehen, vor allem meine Mutter, die schwerst Co-abhängig war. Es macht nichts ungeschehen aber zu verstehen macht einiges leichter.


Andreas

Durch ein besseres Verständnis durch die Selbsthilfegruppe bin ich unabhängiger von den negativen und manipulativen Einflüssen eines Suchterkrankten geworden und investiere viel mehr in sinnvollere und nachhaltigere Energie- und Zeitinvestitionen im Leben, wodurch ich eine viel bessere Lebensqualität, Freude und Glück erfahre. Ich habe kein Gefühl mehr eine fremde Last als Verantwortung für einen Suchterkrankten mit mir herumschleppen zu müssen und empfinde stattdessen eine viel größere Verantwortung mir und meinem Leben gegenüber, dass ich das Recht habe selbst unabhängig und glücklich leben zu dürfen.

Almuth

Durch die Selbsthilfegruppe weiß ich, dass ich nicht alleine bin. Es ist ein Fluch und Segen zugleich, weil sich im Laufe der Zeit Erinnerungen oder Gefühle zeigen, die sich ganz tief versteckt haben.

 

 

Carmen

Mir hat die Teilnahme an der Angehörigengruppe gezeigt, dass ich keine Schuld am Verhalten meines Vaters hatte.

Astrid

Als Kind Suchtkranker Eltern hat mir der Besuch der Gruppe sehr geholfen mich abzugrenzen, gelassener zu sein und auch eigene Emotionen zuzulassen. Außerdem war es für mich eine große Erkenntnis, zu wissen, dass ich die Welt anders wahrnehme als viele andere Menschen ( z. B. höre ich immer „alles“, was in meiner Nähe passiert oder gesprochen wird…).

Zusatzbemerkung: Trotz dieser Erkenntnisse ist mein Weg noch weit.


Monika

Ich habe durch die Selbsthilfegruppe  für mich verstanden: 

Ich war Kind und nicht für "die Rettung" meines alkoholkranken Vaters zuständig oder ver-antwortlich. 

Ich habe nicht versagt, als er sich gegen das Leben und für den Tod entschieden hat. 

Ich bin kein "schlechter Mensch", auch wenn ich "das Kind des Säufers" war. 

Es darf mich traurig machen, keine Kindheit erlebt zu haben.

Katja

Die Selbsthilfegruppe hat für mich den Beginn eines neuen Lebens markiert. In der Gruppe konnte ich endlich mit anderen Teilnehmern in ähnlichen Situationen über meine Belastungen reden ohne Scham zu empfinden und auch harte Emotionen kommunizieren.

Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich akzeptiert und verstanden gefühlt.

Ute

In der Selbsthilfegruppe konnte ich lernen, mit der Wut auf meine sehr früh verstorbenen alkoholabhängigen Eltern umzugehen. Durch die offenen Gespräche und die Ähnlichkeiten in unseren Geschichten habe ich endlich verstanden, dass meine Eltern nicht böswillig schlecht mit mir umgegangen sind, sondern dass die Sucht sie über die Jahre so verändert hat. Ich habe gelernt, dass ich keine Schuld daran habe und das macht einen riesen Unterschied für mich.


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