Heute mal eine verkürzte Zusammenfassung von dem, was wir als Angehörige nicht tragen müssen - und auch nicht als "Rucksack" annehmen sollen.
Wir Angehörige von Suchtkranken geraten schnell (und immer wieder) in bestimmte Rollen: Wir versuchen zu stabilisieren, zu retten, zu kontrollieren oder auszugleichen. Das geschieht aus Liebe, Sorge, Loyalität und Unsicherheit – aber es führt mittel- bis langfristig zur Überforderung . Es ist wichtig zu verinnerlichen, dass es Grenzen gibt, die nicht nur legitim, sondern notwendig sind.
Angehörige müssen nicht tragen:
▪︎ Die Verantwortung für die Sucht eines anderen Menschen — Sucht ist eine Erkrankung, deren Ursachen komplex sind.
Angehörige sind nicht der Grund und nicht die Lösung.
▪︎Die Kontrolle über das Verhalten des Betroffenen — Kein Mensch kann einen anderen dauerhaft steuern.
▪︎Die Aufgabe, Konsum oder Rückfälle zu verhindern — Angehörige können nicht verhindern, was in der Verantwortung des Betroffenen liegt.
▪︎Die Schuldgefühle , die oft entstehen — Schuld ist ein häufiger Begleiter, aber sie entspricht nicht der Realität.
▪︎Die Rolle des Rettungsankers — Ständige Verfügbarkeit und Aufopferung helfen langfristig niemandem. Stabilität entsteht nicht durch Selbstaufgabe, sondern durch klare Grenzen.
▪︎Die Last, alles alleine auszuhalten — Austausch, Unterstützung und Entlastung sind kein Luxus, sondern ein Schutzfaktor!
Wenn wir Angehörige beginnen, Lasten und Verantwortung ab- oder zurückzugeben , entsteht Raum für etwas anderes: für Selbstfürsorge, für Klarheit, für Beziehungen, die nicht nur aus Sorge bestehen.
Grenzen und notfalls auch Distanz sind kein Wegschauen, sondern ein Ausdruck von Respekt – für sich selbst und für den anderen.
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