„Klarheit – auch wenn nicht alles sichtbar ist“
Das beschlagene Fenster ist wie ein Spiegel unserer Situation und steht sinnbildlich für das Leben als Angehörige*r eines Suchtkranken.
Die Scheibe ist milchig und unklar – wie die vielen Fragen, die uns beschäftigen: Was passiert als Nächstes? Wird es besser? Habe ich genug getan? Wie geht es ihm? Wo ist sie?
Doch wenn wir einen kleinen Bereich frei wischen, dann entsteht dort Klarheit. Klarheit bedeutet: Fakten von "Interpretationen" trennen.
Angehörige vermuten häufig: „Vielleicht hat er getrunken“, „Vielleicht lügt sie“, „Vielleicht wird es besser“.
Klarheit entsteht, wenn wir bewusst unterscheiden: Was weiß ich wirklich? Was denke ich nur (aus Hoffnung um/oder Angst)?
Das reduziert inneren Stress und verhindert, dass wir uns im "Nebel" verlieren. Denn Klarheit bedeutet nicht, alles zu sehen, alles zu wissen. Klarheit bedeutet, den eigenen realen Blick zu behalten.
Klarheit für uns – nicht für andere!
Klarheit kann entstehen, wenn wir den Blick von dem Suchtkranken abwenden und auf uns selbst richten und uns fragen:
- Was ist mein Anteil – und was nicht?
- Was brauche ich, um stabil zu bleiben?
- Wo endet meine Verantwortung?
Der Suchtkranke sieht durch dasselbe Fenster, aber aus einer anderen Position.
Sein Blick fällt auf andere Dinge, seine Wahrnehmung ist geprägt von anderen Bedürfnissen, Ängsten und Mustern.
Was für uns klar erscheint, kann für ihn verschwommen bleiben – und umgekehrt.
Diese Fragen sind wie das Freiwischen eines kleinen Bereichs auf der Scheibe. Sie schaffen "Licht", Orientierung, und mehr innere Ruhe.
Und,.... es gibt zwei Perspektiven – zwei Welten:
Der Suchtkranke sieht durch dasselbe Fenster, aber aus einer anderen Position.
Sein Blick fällt auf andere Dinge, seine Wahrnehmung ist geprägt von anderen Bedürfnissen, Ängsten und Mustern.
Was für uns klar erscheint, kann für ihn verschwommen bleiben – und umgekehrt.
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